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Kapverdische Inseln - Urlaub mit Abwechslung und viel Sonne

Eine Perlenkette der Vielfalt

Rasend schnell dem Winter entfliehen

Die Kapverdischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs. Ihre höchste Erhebung und mit 2.829 Metern über dem Meeresspiegel die zweithöchste im Atlantik stellt der Pico de Fogo dar, die  „Feuerspitze“. Sein letzter Ausbruch erfolgte 1995. Ganz so feurig sind die Temperaturen im Regelfall auf den Kapverden nicht: Die Unterschiede zwischen Tag- und Nachttemperaturen sind gering, die Spitzenwerte liegen das ganze Jahr über zwischen 20 und 30° C. Die Wassertemperaturen von 22 bis 27° C sind sehr angenehm, was die Inseln für Wassersportler wie Taucher und Hochseeangler attraktiv macht. Auch die zuverlässigen Windverhältnisse sind ideal für Kite- und Windsurfer sowie für Segler. Strandurlauber hingegen empfinden den beständigen Wind möglicherweise als störend, werden aber durch kilometerlange, feinsandige Strände entschädigt.

Auch heute noch müssen 90 Prozent der Lebensmittel importiert werden. Seit 1975 sind die Kapverden unabhängig, offizielle Amtssprache ist noch immer Portugiesisch.  Nationalsprache hingegen ist das Kapverdische Kreol in verschiedenen Varianten. Je nach Insel kommt man aber auch mit Italienisch, Französisch oder Englisch weiter. Für einen möglichst abwechslungsreichen Urlaub sollte man den Aufenthalt auf zwei oder mehr Inseln miteinander kombinieren; so unterschiedlich ihre Charaktere, so vielfältig sind auch die Freizeitmöglichkeiten, die sie bieten. Beispielsweise sind die Inseln im Osten, Sal, Boavista und Maio, eher flach - die gebirgigen Inseln im Nordwesten hingegen können Ziele für durchaus  anspruchsvolle Wanderungen sein. Auch im Fortschritt ihrer Erschließung gibt es große Unterschiede: Während von den bewohnten Inseln Sal mit Abstand das touristische Zentrum ist, kann Brava aufgrund seiner eingeschränkten Erreichbarkeit noch als absolutes Neuland gelten.
 
 

Jedem seine Insel

Auch im Hinblick auf die angestrebten Aktivitäten kann man die Inseln unterscheiden: Besonders lohnend für Naturliebhaber und Wanderer ist der vegetationsreiche Nordosten der Insel Santo Antão, die auch als ideale Wanderinsel bezeichnet wird. Jedoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass es kein beschildertes Wegenetz wie in den europäischen Mittelgebirgen gibt, und auch die Infrastruktur ist nicht dieselbe. Gute Kondition, sorgfältige Planung bei der Ausrüstung und Orientierungsvermögen sind vonnöten, um die zum Teil  spektakulären Gebirgslandschaften unbeschwert genießen zu können. 
 
Sao Vicente hingegen zieht vor allen Dingen kulturbegeisterte Besucher an. Als „Kulturhauptstadt“ von Cabo Verde gilt insbesondere die Hafenstadt Mindelo, die zweitgrößte Stadt des Inselstaates und Heimat der Sängerin Cesária Évora,   auch bekannt als „die barfüßige Diva“. Sie singt in dem Kapverdischen Kreol über Themen ihrer Heimat wie Einsamkeit, Sklavenhandel und Auswanderung und hat bereits mit Peter Maffay zusammen einen Song, „Sodade“, aufgenommen. Darüber hinaus wird in Mindelo der Karneval lebhaft gefeiert - und zwar zur selben Zeit wie bei uns der Fasching. Ein weiterer Höhepunkt ist das alljährliche alljährliche  Musikfestival im August, das sich aus einem kleinen Musikertreffen an der Baía das Gatas, der Katzenbucht, entwickelt hat. Auch die Altstadt, die Hafenpromenade und der Fischmarkt, Orte, an denen das Leben pulsiert, tragen zum Flair von Mindelo bei. 
 
 

Feiern oder Flanieren

Ein Paradies für Surfer ist seit den 1970er Jahren die Insel Sal. Für Wind- und Kitesurfer sowie Wellenreiter herrschen hier perfekte Bedingungen. Selbst Windsurf-Weltmeisterschaften sind vor  Ponta Preta schon ausgetragen worden. Mittlerweile befindet sich die Insel fest im Griff des Pauschaltourismus, was einerseits höhere Standards bei der Erschließung bedeutet. Wer zum Beispiel die Unterwasserwelt mit ihren großen Fischen wie Rochen und sogar Walhaien erkunden möchte, findet auf Sal eine Anzahl gut ausgerüsteter Tauchbasen vor. Andererseits ist die Insel - und am wenigsten ihr touristisches Zentrum  Santa Maria - nicht wirklich repräsentativ für das ursprüngliche Kap Verde. Das findet man eher auf Santiago - der größten der Kapverdischen Inseln. Obwohl die Hauptstadt des Inselstaates, Praia, für die meisten Anreisenden der erste Kontakt darstellt, bleiben doch die wenigsten Touristen hier. Auf Santiago gibt es nämlich weder spektakuläre Sandstrände noch zerklüftete Gebirgslandschaften. Dafür sind die afrikanischen Einflüsse, zum Beispiel in dem traditionellen Batuque-Tanz und den farbenprächtigen Märkten, stärker präsent als anderswo. 
 
Wer im Gegensatz dazu nach Ruhe und  Erholung an kilometerlangen, feinsandigen Stränden sucht, ist auf Maio richtig. Auf circa 30 Kilometer Länge kommt man, wenn man die Strände der Insel zusammenrechnet; zwei der schönsten davon sind der Hausstrand von Vila do Maio und Praia Preta. Kilometerweite, einsame Strandspaziergänge im feinen Sand, türkisblaues Wasser und - zumindest in der Bucht von Vila do Maio - gefahrloses Badevergnügen sind hier garantiert. 
 
 
Ein einheitliches Bild der Kapverden zu zeichnen, ist also fast nicht möglich. Was den Inselstaat so reizvoll macht, ist zum einen seine relativ geringe Entfernung von Deutschland und seine günstige Verkehrsanbindung: So sind Nonstop- Flüge Düsseldorf-Boa Vista in knapp vier Stunden möglich. Zum anderen ist es der bunte Strauß an Möglichkeiten, seinen Urlaub abwechslungsreich zu gestalten, der die Inseln zu einem idealen Reiseziel macht. 
 
 

Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 11/2010, Autor: Urs N. Jascht

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