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Haben Sie schon einmal einen Urlaub rund um einen Restaurantbesuch gestrickt?
Seit 1964 der erste Guide Michelin
für Deutschland erschien, hat sich das Vaterland von Kohlroulade und Sauerkraut vom kulinarischen Nebenschauplatz immerhin bis auf den zweiten Platz gekämpft. Das ist unter anderem auch unermüdlichen Streitern für mehr Esskultur wie Otto Koch
zu verdanken. Vom Bundespräsidenten für seine Verdienste um die deutsche Kochkunst ausgezeichnet, leitet der sympathische Bayer heute das Restaurant „181 first“
im Olympiaturm München.
Vier Jahre lang führte der Spanier Ferran Adrià
die vielbeachtete Liste „S.Pellegrino World“s 50 Best Restaurants“
an. Im „El Bulli“
veränderte er den traditionellen Blick auf die Küche ebenso radikal wie grundlegend: Mit naturwissenschaftlicher Präzision zerlegt er Zutaten in ihre Komponenten, um sie überraschend neu wieder zusammenzusetzen, und wurde so zum bekanntesten Vertreter der „Molekularköche“.
2010 jedoch verdrängte der Däne René Redzepi
den Spanier von seinem Spitzenplatz. In seinem „Noma“
in Kopenhagen gibt kreative nordische Küche den Ton an: Moschusochse aus Grönland findet sich hier genauso auf der Karte wie regionale Beeren, Getreide und natürlich Meeresfrüchte.
Ebenso in der Oberliga spielt schon seit Jahren das „The Fat Duck“
in Bray, Berkshire, Großbritannien. Heston Blumenthals Experimentierfreude führt dort zu Gerichten wie Lachs, der im Süßholzgel gedünstet wurde oder parfümiertem Joghurt mit Neroli, einem Orangenblütenöl. Auch auf der anderen Seite des Atlantiks, wo man kulinarisch weniger ausgereifte Menüs vermutet, finden sich lukullische Preziosen: Das „Le Bernardin“
in New York unter der Leitung von Eric Ripert beispielsweise bietet eine Auswahl an Meerefrüchten, die ihresgleichen sucht. Und selbst in Südafrika trifft man mit Margot Janses „The Tasting Room“
erlesene Kochkunst, die den Kritikern des „Restaurant Magazine“ einen Platz in den obersten Rängen wert war: Ihre Zutatenliste schließt lokale Spezialitäten wie Gnu oder Warzenschwein mit ein.
Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 05/2011, Autor: Urs N. Jascht