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Hapag-Lloyd Reisebüro
Komphausbadstr. 6
52062 Aachen
Telefon: +49 (0) 2 41 / 47 06 00
Fax: +49 (0) 2 41 / 4 70 60 60
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Urlaub zum Durchatmen
Natur, so weit das Auge blickt: Nicht wenige meinen, dass fast jede Ortschaft hier einen eigenen See besitzt, und auch die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt verspricht besonders beeindruckende Impressionen beim Wandern, Radeln, Reiten, Segeln
oder auch Paddeln.
Masuren (Mazury), das Land der Tausend Seen (in Wahrheit sind es weitaus mehr, nämlich rund 3.000) ist ein Paradies im wahrsten Sinne des Wortes.
Glücklicherweise hat der Massentourismus diesen Garten Eden
noch nicht für sich entdeckt, denn zumindest fernab der touristisch erschlossenen Städte kann man noch pure Landidylle in der „grünen Lunge Europas“,
etwa in der Borkener Heide, der Johannisburger Heide (Puszcza Piska) oder auf Flüssen wie der Krutynia, erleben. Das „Land der dunklen Wälder“
im nordöstlichen Teil Polens ist ein geografisch nicht eindeutig festgelegtes Gebiet: Allgemein liegt es im Sechseck Elk (Lyck), Pisz (Johannisburger Heide), Mragowo (Sensburg), Ketrzyn (Rastenburg), Wegorzewo (Angerburg) und Olecko (Treuburg).
Darüber hinaus werden noch die großen Seenplatten
mit Gizycko (Lötzen) und Mikolajki (Nikolaiken) in der Johannesburger Heide dazugerechnet. Die Masurische Seenplatte ruht dabei in der Woiwodschaft Ermland-Masuren, wobei mit Jezioro Manry (Mauersee) mit 104 Quadratkilometern und Jezioro Sniardwy (Spirdingsee) mit 114 Quadratkilometern sogar zwei der größten Seen Polens vertreten sind. Vorteilhaft: Die
beiden Seenkomplexe sind durch eine Vielzahl an Flüssen, Kanälen und anderen Seen miteinander verknüpft. 40 Prozent der Seenlandschaft stehen unter Naturschutz.
Von so viel unberührter Natur lässt sich wohl jeder gerne berühren. Wer in Masuren zu Fuß unterwegs ist, hat das richtiger Verkehrsmittel gewählt: Ein dichtes Netz von markierten Wanderwegen
durchzieht das gesamte Gebiet. Allein zwei europäische Fernwanderwege (E9 und E11) führen durch den Norden Polens. Bevor man aber die Wanderstiefel in den Rucksack packt, sollte man sich darüber bewusst sein, dass Masuren kein flaches Land ist, sondern gerade im östlichen Teil mit Höhen und Tiefen sowie Erhebungen von bis zu 300 Metern aufwarten kann.
Die (Wander-)ferien
in Masuren können Urlauber aber auch in das eine oder andere Städtchen führen. Zu den wohl bekanntesten Orten gehört wohl Mikolajki
(Nikolaiken) als Wahrzeichen des polnischen Wassertourismus. Die „Perle von Masuren“ mit rund 4.000 Einwohnern liegt zwischen den Rinneseen Mikolajskiesee und Taltysee und verwandelt sich im Sommer in ein beliebtes Ausflugsziel mit Yachthafen, Hotels, Restaurants, Bars und vielen Veranstaltungen. Gleiches gilt auch für die Segel- oder Sommerhauptstadt Gizycko (Lötzen), die zwischen den Seen Niegocin (Löwentinsee) und Kisajno (Kissainsee) zu finden ist. Rund 200 Kilometer nordöstlich von Warschau gelegen lockt die Stadt ihre Besucher unter anderem mit Attraktionen wie einem Schloss mit Drehbrücke und der Festung Boyen.
Kaum ein Besucher Masurens kommt um eine Visite der berüchtigten Wolfsschanze
bei Rastenburg in Görlitz herum: Hier können auf verschiedenen
Rundwegen die Reste des so genannten „Führerbunkers“ - wurde von deutschen Soldaten im Januar 1945 gesprengt - besichtigt werden. Ebenfalls sehenswert und nur sechs Kilometer von der Wolfsschanze entfernt ist das kleine Dörfchen Swieta Lipka. Dank seiner prunkvollen sonnengelben Basilika
und deren bekanntem Marien-Schrein zählt es zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten Polens und noch heute kann es im Sommer mitunter rappelvoll werden in dem barocken Gotteshaus.
Ein wahres Kleinod ist das natürliche Flusssystem des Biebrza und der Narow. Das dünn besiedelte Gebiet rund um die Gewässer ist eines der eindrucksvollsten Naturreservate
Mittelund Osteuropas mit dichten Wäldern, Schilf- und Sumpflandschaften und ein Paradies für Naturfreunde.
Viele andernorts bereits verschwundene Tierarten sind hier noch heimisch. Vor allem Ornithologenherzen dürften im Kolibri-Takt schlagen: Rund 260 Vogelarten wähnen dort ihr Zuhause, darunter Wachtelkönig, Blauracke, Kranich
oder Weißstorch
sowie zahlreiche Wasservögel und die meisten Schmetterlinge ganz Eurasiens. Auch in unseren Breitengraden mittlerweile selten gewordene Vierbeiner trifft man hier: Fischotter, Dachse und sogar Wölfe fühlen sich sichtlich wohl. Und betrachtet man die ansässigen Elche, wie sie friedlich an Bäumen nagen oder in den Flutwiesen weiden, drängt sich unweigerlich der Gedanke auf, dass hier die Zeit stehen geblieben ist.
Quelle: Kundenmagazin FREIZEIT 04/2010, Autor: Oliver Windhorst